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Den Teufel an die Wand malen Neu im job

Den Teufel an die Wand malen

Was viele Internetnutzer erfreut, ist Arbeitgebern ein mächtiger Dorn im Auge: Facebook und andere Social Networks.

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Einst war es nur den Studenten der Harvard University vorbehalten, heute ist es das zweitgrösste soziale Netzwerk der Welt und durch das zunächst ungeahnte Potenzial explosionsartig zu einem Milliardengeschäft mutiert.

Den jungen Gründer (Jahrgang 1984) Mark Zuckerberg wird es freuen. Knapp ein drittel der Firmenanteile sind heute in seinem Besitz.

Anfang 2010 zählte Facebook weltweit über 400 Millionen aktive User und ist laut Alexa, einer amerikanischen Tochterfirma von Amazon, in den letzten Jahren auf eine der meistbesuchten Websites geklettert.

Unbeschränkter Foto-Upload, Newsfeeds, jede Menge Freunde, ein Marktplatz und unzählige Spielereien begeistern Millionen Menschen rund um den Globus.

Man kann mit Gewissheit behaupten, Facebook habe dem Begriff Social Networking ein neues Gesicht gegeben. Leider kann sich dieser Euphorie nicht jeder anschliessen. So ist der neue «place to be» vielen Arbeitgebern zum Beispiel ein mächtiger Dorn im Auge.

London gehört zu jenen Städten auf der Welt, die besonders viele Facebook-User aufweisen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass gerade dort das Thema Facebook am Arbeitsplatz zu hitzigen Diskussionen führt.

Laut einer Studie betreiben zwei Drittel der Londoner Firmen aktives «Faceblocking». Wie es heisst aus Angst, die Mitarbeiter könnten zu viel Zeit damit verbringen, sich im Social Network zu vergnügen, anstatt produktiv zu arbeiten.

Auch das englische Tagblatt The Telegraph berichtete über die Skepsis von Arbeitgebern gegenüber Facebook und ähnlichen Seiten. Einige der Firmen hätten ihre Angestellten sogar gewarnt, das Besuchen der Plattform während der Arbeitszeiten sei ein ernsthaftes Vergehen, das im Ernstfall zur Kündigung führen könne.

Zudem ist die Sicherheit zunehmend ein Grund für die Sperrung solcher Netzwerke, wie die britische Internetsicherheitsfirma Cleanswift berichtete. Durch die Sperrung von Facebook und Co. möchte man neben einem Produktivitätsverlust verhindern, dass geschäftliche Informationen ungewollt ins Web gelangen und die Firma allenfalls Schaden davontragen könnte.

So ist es in einigen Unternehmen in der Schweiz nicht einmal möglich, seine privaten E-Mails abzurufen. Einige verwehren gewissen Mitarbeitern den Zugang zum World Wide Web gleich ganz.

Doch nicht alle malen beim Thema Social Networking am Arbeitsplatz gleich den Teufel an die Wand. Ganz im Gegenteil. Einige Firmen sehen in Plattformen wie Facebook ein enormes Potenzial und glauben, mit einer gezielten Anwendung gegenüber ihrer Konkurrenz sogar einen Vorsprung zu erlangen.

In einem Atikel in The Times berichtet der Autor davon, wie verschiedene Arbeitgeber den Umgang mit Facebook bewusst unterstützen, um so die Zusammenarbeit zwischen ihren Mitarbeitern und den gegenseitigen Austausch von Ideen zu fördern.

Cisco Systems, der weltweit grösste Netzwerkausrüster und einer der beliebtesten Arbeitgeber der Vereinigten Staaten, ist ein gutes Beispiel genau dafür.

Das Unternehmen ermutigt seine Mitarbeiter die sozialen Netzwerke wie Facebook gezielt zu nutzen, um dadurch den erwähnten Ideenaustausch und die Teamfähigkeit zu fördern. Zudem bewirtschaften sie ein eigenes internes soziales Netzwerk, das eben diesen Ideenaustausch zusätzlich ermöglicht. Man stelle sich die neuzeitliche Version einer interaktiven Ideenbox vor.

Bei der Gegenüberstellung von positiven und negativen Aspekten des Facebook-Booms und der Frage, ob und wie gut es ist, den Umgang mit sozialen Plattformen zu verbieten, geht es jedoch um einen ganz anderen Punkt.

Um einen Grundsatz, der sich Vertrauen nennt. Ein fundamentales Bedürfnis des Arbeitgebers und vor allem auch des Arbeitnehmers ist doch das gegenseitige Vertrauen. Bringt Ihnen Ihr Vorgesetzter Vertrauen entgegen, fühlen sie sich als Arbeitnehmer ernst genommen.

Fühlen Sie sich ernst genommen, übernehmen Sie gerne Verantwortung. Tragen Sie Verantwortung, fühlen Sie sich wertvoll. Fühlen Sie sich von ihrem Chef wertgeschätzt, gehen Sie motiviert an die Arbeit. Und wer motiviert und gerne an die Arbeit geht, ist produktiv.

Einfacher gesagt, als getan, und dennoch ein Ansatz, mit dem man nicht total daneben liegt. Mit dem Sperren dieser Seiten steuert man klar gegen dieses Prinzip.

Schliesslich bleibt es jedem selber überlassen, wie man es werten soll, dass ein Grossteil der Arbeitgeber sich gegen soziale Netzwerke stellt. So sind Arbeitgeber niemals gegen Missbrauch der gegebenen Freiheiten gefeit.

Trotzdem kann man die Freischaltung von Facebook ohne Angst vor grossen Verlusten veranlassen. Schliesslich gab es bereits vor Facebook genügend Wege, sich vor der Arbeit zu drücken.


 
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