Statkraft Statkraft ist Europas größtes Unternehmen für erneuerbare Energie. Die Norweger wollen weiter expandieren.
Siri Hatlen
Titel: Konzerndirektorin. Ausbildung: Diplomingenieurin, NTH (Norwegens Technische Hochschule), 1980, MBA, Insead, 1990. Erster Job nach der Ausbildung: Projektingenieurin bei NPC (Norwegian Petroleum Consultants AS).
Manch einer war überrascht, als Statkraft im Spätsommer 2007 Siri Hatlen als neue Konzerndirektorin vorstellte. Immerhin hatte sie den Ruf einer Expertin für Sanierungsfälle. Zu Statkraft kam sie jedoch nicht, um zu sanieren, sondern um das internationale Geschäft weiter auszubauen und Statkrafts Expansion voranzutreiben. Mit Erfolg.
Beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag. – Einen typischen Tag gibt es für mich eigentlich nicht. Ich bin mit dem Hubschrauber über große schwedische Wälder geflogen, um etwas über die Windnutzung zu erfahren, war bei der Eröffnung von Gaskraftwerken in Deutschland, Wasserkraftwerken in Norwegen und zu Besuch auf dem offenen Meer. Aktuell steht eine Reise nach Peru auf dem Programm, wo wir über unsere Tochtergesellschaft SN Power ein Wasserkraftunternehmen betreiben. Einige Tage sind natürlich auch mit Besprechungen und Sitzungen unterschiedlicher Art gefüllt.
Was zeichnet Statkraft aus? – Statkraft ist eines der interessantesten Unternehmen in Norwegen. Die Möglichkeit, in einer Firma zu arbeiten, die sich unter anderem mit der Lösung von Klimaproblemen befasst, macht die Arbeit sinnvoll und gibt einem täglich neue Motivation. Unser Unternehmen wächst und entwickelt sich schnell, da überall auf der Welt große Mengen sauberer und umweltfreundlicher Energie benötigt werden.
Deshalb brauchen Sie neue Mitarbeiter? – Ja, wir suchen unter anderem Ingenieure, Betriebswirte und Hydrologen. Wir sind auf der Suche nach Menschen mit Ambitionen und Vorsätzen. Menschen, die sich für eine Sache engagieren wollen, die vielleicht die wichtigste Herausforderung unserer Zeit darstellt. Natürlich hat Statkraft als Unternehmen finanzielle Ziele, doch bedienen wir in großem Maße auch gesellschaftliche Interessen, deren Resultate sich nicht unmittelbar in Euro, Cent und Markanteile ummünzen lassen.
«Von nichts wird man ärmer, als wenn man nur Geld verdient», sagte einmal der norwegische Professor Guttorm Fløystad… – Diese Aussage trifft Statkrafts Philosophie ziemlich gut. Es besteht ganz einfach ein großer Bedarf an unserer Kompetenz und unseren Werten. Wir sind an einer Reihe innovativer Projekte beteiligt: Wir bauen den weltweit ersten Prototyp eines Salzkraftwerkes, das Energie dort erzeugt, wo Salzwasser auf Süßwasser trifft. Unsere Forschung zeigt, dass diese Technologie auf Weltniveau jährlich 1.600 TWh erzeugen kann. Das ist dreizehnmal so viel Strom, wie jedes Jahr in norwegischen Wasserkraftwerken gewonnen wird. Wir haben ein gemeinsames Projekt mit NTNU (Norwegens Technisch-Naturwissenschaftliche Universität) und zwei anderen nordischen Universitäten zur Erforschung der Meeresenergie gegründet. Zudem wurden Wind- und Sonnenenergie als eigenständige Bereiche bei Statkraft eingeführt. Das Unternehmen hat den Anspruch, aktuelle und zukünftige Energielösungen anzubieten, und dafür benötigen wir tüchtige Mitarbeiter.
Es geschieht also ziemlich viel? – Das kann ich versprechen. Der Energiemarkt wird liberalisiert. Wir engagieren uns in Norwegen, Europa und über unser Tochterunternehmen SN Power auch außerhalb Europas. Für unsere Mitarbeiter eröffnet das Karrieremöglichkeiten sowohl im Heimatland als auch global. Generell wird der interne Wechsel unterstützt. Unser großer interner Arbeitsmarkt ist der beste Beweis dafür.